Bluebutterfly's Bücherblog

13. Mai 2015, posted in AllgemeinBewertungserpressung – mit mir nicht

Heute schreibe ich einen Beitrag aus einem besonderen und traurigen, wie fassungslosen Anlass. Bei mir „bewerben“ sich auch ab und an Autorinnen und Autoren, dass ich ihre Bücher bitte rezensieren möge. 

Oftmals sind es auch sehr liebe Anfragen. Doch jedem sage ich immer gleich, bevor ein Buch geschickt wird, dass es bei mir auch mal 4 Wochen dauern kann und das ich immer ehrlich rezensiere. Bin ich der Meinung, ein Buch verdient seine 5 Schmetterlinge, bekommt diese das Buch auch. Bin ich der Meinung, aus diversen Gründen, ein Buch verdient auch mal nur einen oder zwei Schmetterlinge, gib es auch diese Anzahl unter die Rezension. Natürlich ist es hierbei wichtig, diese Entscheidung auch zu begründen, aber auch dazu zu stehen. Nicht jedem kann jedes Buch gefallen, dass sollte eigentlich klar sein. Manchmal erhält ein Buch auch einfach 3 Schmetterlinge, aber dafür eine Leseempfehlung für eine andere Lesergruppe. 

Leider fällt es mir immer schwerer, dazu zu stehen. Der Grund ist ganz einfach: Bewertungserpressung.

Wie, davon habt ihr noch nie gehört?

Dann möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, natürlich ohne die Namen der Autorinnen und Autoren zu nennen.

Du bekommst mein Buch aber nur kostenlos, wenn ich dann auch eine 5-Sterne-Rezension bekomme. Aber nicht nur auf deinem Blog, auch auf Lovelybooks und Amazon“.

„Wieso gefällt dir mein Buch nicht, du hast doch gar keine Ahnung. Welche mickrige Laus bist du schon, dass du das entscheiden könntest“ Anmerkung: Der Autor fand meinen Blog toll und hat mich angeschrieben.

„Du spinnst doch, wie kannst du sowas schreiben. Natürlich habe ich mein Buch selber geschrieben. Zahlreiche Blogger sind super zufrieden und loben das Buch“.

„Bitte ändere doch deine Rezension ab und erkläre, dass ein anders Publikum angesprochen werden soll“ (dies kam sogar von einem Verlag)

„Das Buch kostet normal 7,99 Euro, aber da ich davon ausgehe, du hinterlässt eine positive Bewertung und votest die nicht so guten Bewertungen herab, bekommst du das Buch kostenlos“

Dies sind nur einige Beispiele. Manche Rezensionen habe ich tatsächlich vom Blog genommen, weil sonst die massiven Androhungen nicht aufgehört haben. Andere Rezensionen befinden sich in unveränderter Art noch auf meinem Blog. 

Mittlerweile hatte ich dadurch extrem die Lust am Rezensieren verloren und überlegt, den Blog ganz zu schließen. Aber wozu sich ein Hobby vergraulen lassen, wegen einzelner Personen? 

Da es nicht nur mir so ging, sondern vielen anderen Bloggern auch, haben wir uns ausgetauscht. Screenshots wurden ausgewertet, Beweise gesichert. Mittlerweile gibt es unter den Bloggern eine „Blacklist“. In dieser werden die Autoren eingetragen, wenn es Beweise für ihr Verhalten gibt.

Nun gibt es ja nicht nur „böse“ Autorinnen und Autoren sowie Verlage, sonder auch „lieb“. Diese wurden von uns in eine „Whitelist“ eingetragen.

Beide Listen werden natürlich auch nicht veröffentlicht, geschweige denn sind sie öffentlich zugänglich.

Was wir uns dadurch erhoffen? 

Mehr Transparenz und vor allem, weniger Angriffe von Autoren. Gerade wenn die wissen, dass es die „Blacklist“ gibt. Wer möchte schon gern auf dieser landen und nicht lieber auf der „Whitelist“?

Seid ihr auch Blogger und davon betroffen? Dann schreibt mir ruhig (anonym) einen Kommentar oder an meine Mailadresse (im Impressum). 

 

Was ihr von mir erwarten könnt?

Natürlich werde ich weiter Bücher lesen und auch rezensieren. Es wird gute, wie schlechte Bücher geben. Dies ist unvermeidlich. Ich werde mich auch nicht verbiegen. Das heißt, meine Rezensionen sind weiterhin offen und ehrlich. Ich lasse mich weder dafür bezahlen, noch spiegeln die Rezensionen die Meinungen der jeweiligen Autoren oder auch Verlage wieder. Es ist meine Rezension, mit meiner offenen, ehrlichen Meinung. 

Sollte dies einigen nicht zusagen und sie immer nur schöne Rezensionen lesen wollen: Bitte abonniert meinen Blog nicht mehr und fragt als Autor dann auch nicht an, ob ich eure Bücher rezensiere. 

 

Vielen Dank

Eure Janine

written by Bluebutterfly

24 Replies to “Bewertungserpressung – mit mir nicht”

  1. Das ist ja wohl echt unglaublich. Ich bin froh, dass mir das selbst noch nie passiert ist, denn ich wüsste nicht, ob ich da ruhig bleiben kann. Wie kann man sich selbst als Autoren bezeichnen, wenn man mit Kritik nicht klar kommt oder einem nicht bewusst ist, dass nun einmal nicht jeder das Buch lieben wird?
    Wer nicht mit von der eigenen Meinung abweichenden Eindrücken klarkommt, soll sein Buch einfach nicht publik machen.

    1. Ich denke, jeder Autor soll darauf gefasst sein, dass sein Werk nicht 100%-ig gefällt. Dafür sind wir Menschen (Gott sei Dank), auch alles Individuen.
      Leider verträgt nur nicht jeder dann die (konstruktive) Kritik.

      Liebe Grüße

      Janine

  2. Unglaublich. Wer Kritik nicht ertragen kann, sollte nicht versuchen Schriftsteller zu werden. Als Autor(in) sollte einem klar sein, dass man zeitlebens dazulernt und dass nicht alles, was man schreibt, auch allen gefallen wird.

    „Über Geschmack kann man sich nämlich streiten“, sagte der Affe und fraß die Seife.

    Danke für die offenen Worte, und ich hoffe, dass ich es schon auf die Whitelist geschafft habe. Immerhin haben mich ein oder zwei Buchblogger auf der Leipziger Messe als „lieb“ bezeichnet. Grins…

    1. Hallo,

      ob du auf der Liste stehst, kann ich dir leider nicht sagen. Es wird absolute Geheimhaltung diesbezüglich von uns verlangt 😉

      Ich danke dir aber für deinen Kommentar.

      Liebe Grüße

      Janine

      1. Ich hatte auch nicht erwartet, dass so etwas verraten wird. Dann würde es ja keinen Spaß mehr machen, sich anzustrengen. 😀

        Ich finde es jedanfalls richtig und wichtig, dass es eine solche Liste gibt. Und je mehr Buchblogger die Namen darauf kennen, desto besser für die ehrlichen, hart arbeitenden, freundlichen Indies.

  3. Wow, so etwas ist komplett inakzeptabel. Also, das Verhalten der Autoren und Verlage. Tut mir leid, dass Dir so etwas passiert ist. Und: Was erwartet sich „die schreibende Zunft“ eigentlich noch von Rezensionen, wenn inzwischen vermutet wird, dass die „eh alle gekauft“ sind – wie sie es offenbar ja tatsächlich versuchen? Ich bin, als Leserin genau so wie als Autorin, immer dankbar für ehrliche Rezensionen. Manchmal bewegt mich gerade eine schlechte Rezension zum Kauf.

    1. Teil 2 steht noch im Regal und Teil 3 im Laden.

      Mir fehlt leider die Zeit. Aber irgendwie finde ich es auch schade die nächsten Bände zu lesen. Ich hasse es, wenn gute Bücher dann ausgelesen sind.

  4. Hey, mir geht es auch immer öfter so, dass gleich mal in die Anfrage mit reingeschrieben wird, dass schlechte Bewertungen doch bitte nicht veröffentlicht werden sollen, Buchreihen ungelesen beworben werden sollen, usw. Auch wenn ich das Ganze bisher freundlich formuliert bekomme, aber das geht doch nicht! Ich war letztens auch kurz davor, meinen Blog zu schließen. Habe dann meinem Ärger aber in diesem Post Luft gemacht: http://vampirjagd.blogspot.de/2015/05/schopfungsgeschichte-mal-anders.html?m=1 und meine Rezi-Bedingungen verschärft. Leider hab ich keine großen Kontakte zu anderen Bloggern, weswegen mir der Zugang zu den Bloggergruppen verwehrt bleibt 🙁

    Lg Karin

    1. Liebe Karin,

      danke für deine offene Antwort. Leider kann ich erst am Wochenende deinen Blog besuchen, aber ich schaue mir deinem Beitrag auf jedenfall mal an.

      Gern können wir zum Austausch im Kontakt bleiben. Hast du Facebook? dann lade ich dich in Gruppen ein.

      LG Janine

        1. Hallo Karin,

          dass freut mich. Deine Anfrage habe ich auch schon angenommen.

          Liebe Grüße und noch einen schönen Pfingstmontag

  5. Das ist erschreckend, und ein solches Verhalten von einigen schwarzen Schafen zieht leider die Selfpublisher-Szene in den Schmutz und am Ende wenden sich die Blogger/innen wieder ausschließlich den Verlagsautoren zu. Oder hat man schon mal gehört, dass ein Fitzek, ein Dan Brown oder ein Follett sich vor Ort beschweren?
    Ich finde, dass jede Rezension, völlig wurscht, ob 5 oder 1 Stern, eine Meinung widerspiegelt. So soll es sein und so ist es gut. Es würde mir im Traum nicht einfallen, bspw. zu Amazonbewertungen etwas zu schreiben. Transparenz und Kontakt zu den Lesern ist gut und wichtig, aber auch hier sind Grenzen, die es einzuhalten gilt.

    LG
    Jo

  6. Hallo Janine,
    dein Blogbeitrag hat mich betroffen gemacht, denn als Autor möchte ich natürlich nicht mit solchen Verhaltensweisen in Verbindung gebracht werden.

    Ich habe mir nun auf meiner eigenen Blogseite zu diesem Thema etwas Luft gemacht:
    https://medium.com/@AlesPickar/die-schreckensherrschaft-der-dilettanten-dd5517304170 .

    Ich würde mich freuen, wenn sich an dieser Situation etwas bessern würde. Denn das zunehmende Schließen von Literaturblogs wegen diesbezüglicher Frustration ist sehr bedauerlich.

    1. Hallo Ales,

      vielen Dank für deinen tollen Kommentar und deinem Bericht auf der Website. Es stimmt schon, man schreibt immer, „der Autor“ oder „die Autorin“ und es sind immer nur vereinzelte gemeint.

      Liebe Grüße

      Janine

    2. Hallo Ales,

      ich habe deinen Bericht gelesen und gebe dir in jedem Punkt recht.
      Es ist leider so, dass ein paar schwarze Schafe viel kaputt machen können. Negatives bleibt bei den Menschen nachhaltiger hängen als Positives.

      Die meisten Bücherblogs werden hobbymäßig betrieben. Warum soll ich mich in meiner Freizeit von kommunikationsunfähigen Autoren „terrorisieren“ lassen?
      Ich habe Spaß am Lesen und möchte mir die Bücher, die ich lese und rezensiere selber aussuchen.
      Liebe Grüße
      Kristina

  7. Hallo,
    ich bin vollkommen deiner Meinung. Ich habe bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht. Meine Reziexemplare habe ich über LovelyBooks Leserunden oder Buchverlosungen.Ich habe bis jetzt nur nette Autoren getroffen.
    Allerdings habe ich E-Mail Anfragen abgelehnt, weil die Bücher, bis auf eine Ausnahme, nicht lesen wollte.
    Wo kann ich diese Black und Whitelist einsehen?
    Liebe Grüße
    Kristina

    1. Liebe Kristina,

      danke dir für deinen offenen Kommentar. Diese Liste ist nicht öffentlich einsehbar. Viele Blogger haben einfach massive Drohungen bekommen. Daher schreibe ich dir gern eine PN, wo du Infos dazu bekommst

      Liebe Grüße Janine

      1. Hallo Janine,

        kaum zu glauben, dass sich manche Autoren so unklug und unprofessionell verhalten. Wenn kein Verlag dahinter steht, der Werbung macht, müssten diese Autoren erst recht bemüht sein ihre Leserschaft nicht zu vergraulen.
        Es wäre nett, wenn die Listen per PN schicken könntest.
        Liebe Grüße
        Kristina

  8. Hey Maus,
    schön, dass du dazu Stellung nimmst. Traurig, dass sowas passiert. Aber wenn was ist, dann erzähl doch einfach mal was. Blacklist hin, Whitelist her, aber Freunde zum reden haste immer und die helfen dann vielleicht auch ein bisschen 😉
    Lass dich net ärgern und lass bloß deinen Blog auf. Wenn sie böse sind zu dir dann sag was. Kann ja wohl net angehen sowas.
    Liebe Grüße
    Sabrina

    1. Hallo Maus,

      du hast echt genug um die Ohren und einiges war ja schon im Januar. Das Resultat kennst du ja…

      So leicht lasse ich mich jetzt nicht mehr unterkriegen. Aber ich habe Konsequenzen daraus gezogen und werde auch momentan keine Anfragen mehr annehmen. Es gibt noch genug offene Rezensionen und danach schaue ich einfach mal weiter.

      Liebe Grüße

      Janine

  9. Wow, das ist echt krass! Ich habe ja schonmal gelesen, dass es das gibt, aber dass es allein dir schon so oft und in dem Maße passiert ist, erschreckt mich. Da hatte ich ja Glück. Ich erhalte jetzt nicht so viele Rezensionsanfragen, aber solche Formulierungen waren da noch nie dabei, und auch auf negative Rezis habe ich noch keine solche Reaktion erhalten. Da kann ich mich ja echt glücklich schätzen!

    Die Liste würde mich ja schon interessieren. Wollt ihr diese öffentlich zugänglich machen?

    Auf jeden Fall darfst du dir von solchen Leuten echt nicht die Lust am Rezensieren und Bloggen nehmen lassen!!! Auch wenn ich verstehen kann, dass das sehr frustrierend ist.

    LG, Bianca

    1. Hallo Bianca,

      es gibt diese Liste nicht öffentlich. Denn Autoren könnten uns dies wieder als Rufmord auslegen, was aber quatsch ist. Denn alle Fälle sind sicher belegt. Aber es gibt gewisse Ansprechpartner, an die man sich wenden kann und erfragen kann, wer auf der Liste ist. Oder man bekommt von der Hauptinitiatorin den Zugriff auf diese Liste. Gern schreibe ich dich über Facebook nochmal dazu an.

      Liebe Grüße

      Janine

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